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Wort des Monats
Geh aufrecht wie die Bäume, sei sanft wie der Frühlingswind,
bewahre die Wärme der Sonne im Herzen und der Grosse Geist wird immer mit dir sein.
Weisheit der Navajo



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Familienpost Nr. 1 - Seele

In diesen Tagen wurde allen Familien mit Kindern die erste Ausgabe der Familienpost verschickt.



„Wie geht es Deiner Seele“ – so fragte mich manchmal ein Kollege, wenn ich ihm telefonierte. Ja, wie geht es meiner, Ihrer, unserer Seele?
Erstmals auf den Advent kommt die „Familienpost“, ein kleine Zeitung für alle Familien mit Kindern in die Briefkästen. Sie enthält Anregungen, wie wir unsere, vor allem aber die Seele unserer Kinder und Jugendlichen pflegen können in einer Zeit, die durch ihre Hektik dazu oft zuwenig Raum lässt. Wer die Familienpost nicht zugeschickt erhält, kann sich ein Exemplar im Schriftenstand holen. Lassen Sie sich bereichern durch die Familienpost.

Die ganze Ausgabe finden Sie ganz am Schluss als PDF-Datei.

Hier folgt nun die ganze Geschichte, von welcher in der Familienpost der erste Teil zu lesen war:

Der Engel mit dem Müllkorb

Als ich dieses Jahr meine Krippe und die drei Weihnachtsengel wieder einpackte, behielt ich den letzten in der Hand. „Du bleibst, ich brauch ein bisschen Weihnachts-freude für das ganze Jahr.“
„Da hast du aber Glück gehabt“ sagte er. „Wieso?“ fragte ich ihn. „Na, ich bin der einzige Engel, der reden kann.“ Stimmt! Jetzt fiel es mir auf: ein Engel, der reden kann!
Da hatte ich wirklich Glück gehabt.
„Wieso kannst du eigentlich reden? Das gibt es doch gar nicht!“ „Doch das ist so. Nur wenn jemand nach Weihnachten einen Engel zurückbehält, nicht aus Versehen, sondern wegen der Weihnachtsfreude – wie bei dir – können wir reden. Aber es kommt ziemlich selten vor. Übrigens: ich heisse Heinrich.“ Seitdem steht Heinrich in meinem Wohnzimmer im Regal. In den Händen trägt er seltsamerweise einen Müll-korb. Heinrich steht gewöhnlich still an seinem Platz, aber wenn ich mich über ir-gendetwas ärgere, hält er mir seinen Müllkorb hin. „Du“, sagt er, „wirf rein!“ Ich werfe meinen Ärger hinein – weg ist er. Manchmal ist es einen ein kleinen Ärger, zum Bei-spiel, wenn ich meine Brille verlegt habe oder meinen Hausschlüssel nicht finde. Es kann aber auch ein grösserer Ärger sein, eine Not oder ein Schmerz, mit dem ich nicht fertig werde. Eines Tages fiel mir auf, dass Heinrichs Müllkorb immer gleich leer war. Ich fragte ihn: „Wohin bringst du das alles?“ „In die Krippe“, sagte er.
„Ist denn soviel Platz in der Krippe?“
Heinrich lachte. „Pass auf, in der Krippe liegt ein Kind, das ist noch kleiner als die Krippe. Und sein Herz ist noch kleiner. Deinen Kummer leg ich Wahrheit gar nicht in die Krippe, sondern in das Herz des Kindes. Verstehst du?“ Ich dachte lange nach. „Das ist schwer zu verstehen. Und trotzdem freue ich mich. Komisch, nicht?“
Heinrich runzelte die Stirn. „Das ist gar nicht komisch, sondern das ist die Weih-nachtsfreude, verstehst du?“
Auf einmal wollte ich Heinrich noch viel fragen, aber er legte den Finger auf den Mund. „Pst“, sagte er, nicht reden! Nur freuen!“

familienpost_1._ausgabe.pdf

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